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Von Hasen, Kätzchen und fliegenden Glocken: Tipps für die Karwoche in Wien

  • Autorenbild: AlpineFoxes Team
    AlpineFoxes Team
  • 5. Apr. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. März 2024


Pink plastic rabbit as displayed in front of the State Opera in Vienna, Austria
Es ist wieder Osterhasenzeit

Jedes Jahr im zeitigen Frühling mehren sich in Wien die Indizien, dass ein besonderes Fest bevorsteht: wenn in den Blumengeschäften die Palmkätzchen und in den Supermärkten die Schokohasen dominieren und auf den Plätzen der Stadt, von denen vor noch gar nicht so langer Zeit die Weihnachtsmärkte verschwunden sind, exakt dieselben, vertrauten Hütten mit nur etwas variiertem Angebot auftauchen, dann weißt Du: Ostern mit all seinen Traditionen naht! Ein guter Grund für neugierige Stadtentdecker, mit Hilfe dieses AlpineFoxes-Beitrages auf Oster-Traditions-Spurensuche in der Karwoche durch Wien zu spazieren!


Ich beginne da gerne beim Stephansdom: Der Stephansdom war bis zum Jahr 1783 vom "Stephansfreithof" umgeben, dem größten Friedhof innerhalb der Stadtmauer. Die einzelnen Gräberfelder waren durch Wege voneinander getrennt und trugen spezielle Namen. Da gab es nördlich des Langhauses den Fürstenbühel, zur Schulerstraße hin den Studentenbühel und zur Churhausgasse den Römerbühel. Eine vierte kleine Grabstättengruppe befand sich auf einer Bodenerhebung gleich beim Nordturm des Doms.



Blick hinauf auf den Stephansdom in Wien
Ein fuchsiger Blick auf den Stephansdom

Genau hier, am sogenannten „Palmbühel“, fand am Beginn der Karwoche jahrhundertelang die österliche Weihe der Palmzweige statt. Bis in die heutige Zeit werden am Palmsonntag die Palmkatzerl geweiht. Diese kirchliche Tradition hat sich erhalten, den Stephansfreithof allerdings gibt es schon lange nicht mehr. Doch wenn man um den Dom spaziert und aufmerksam den Boden betrachtet, sieht man auf den hellgrauen Bodenplatten stilisierte dunklere Kreuze, die an den alten Friedhof erinnern sollen.


Am Gründonnerstag feiern die christlichen Kirchen das letzte Abendmahl Jesu. Zum liturgischen Brauchtum gehört die Fußwaschung, die ab dem 17.Jahrhundert auch am Wiener Kaiserhof als höfische und ziemlich skurrile Zeremonie in der Karwoche ihren festen Platz hatte. Bedürftige Greise (heute würde man Senioren sagen) konnten sich um eine Annahme zur Fußwaschung bewerben. Die zwölf glücklichen Auserwählten wurden von einem Arzt untersucht und sozusagen vorsorglich vorgewaschen, bekamen neue Kleidung und wurden am Gründonnerstag nach der Messe in die Hofburg gebracht, wo der Kaiser ihnen dann die Füße wusch. In der Folge wurde eine symbolische Speisung (Spinat?) abgehalten und die Armen beschenkt. Analog zur Fußwaschung durch den Kaiser vollzog die Kaiserin das Ritual an zwölf bedürftigen Greisinnen. Die Namen der solchermaßen Geehrten wurden übrigens ebenso wie ihr Alter und auch die Summe aller ihrer gemeinsamen Lebensjahre ab 1703 alljährlich in der Wiener Zeitung veröffentlicht!


Du willst mehr über das spannende kaiserliche Fußwaschen erfahren? Dann musst Du dich in die Kaiserliche Silberkammer begeben! Dort wird das Ritual sehr ausführlich beschrieben, man sieht ein Beispiel einer Namensliste und auch das tönerne Geschirr, das extra für die Speisung angefertigt wurde. Da gehst Du bitte aber erst nach den Osterferien hin, denn jetzt ist das Museum einfach zu voll, obwohl die meisten Gäste ohnehin eher hinaufstreben in das Sisi-Museum. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich...


Alternativ bietet sich zum Thema Fußwaschen auch ein Besuch der wunderbaren Schatzkammer im Schweizerhof der Hofburg an: dort wird nämlich ein Stück der Schürze, die Jesus bei der Fußwaschung der Apostel trug, als Reliquie ausgestellt. Gleich neben einem Stückerl Stoff vom Tischtuch des Letzten Abendmahls. Das kann schon was und passt themenmäßig einfach perfekt!


Vom Gründonnerstagabend an bis zur Osternacht kann man als Spaziergänger übrigens um sämtliche Kirchen Wiens herumgehen, soviel man will, man wird trotzdem keine einzige Glocke hören. Die sind nämlich alle nach Rom geflogen, auch die Pummerin, die größte und berühmteste Glocke Österreichs. Dafür ist es dann umso schöner, sie bei einem ihrer raren Auftritte zu erleben! Am Stephansplatz zu stehen, wenn die Josephinische Glocke, auch bekannt als Pummerin läutet, ist ein unglaublich intensives Erlebnis! Die nächste Chance dafür gibt es in der Osternachtfeier am Karsamstag um ca 23:00 und am Ostersonntag ca. zwischen 11.50 und 12.10 Uhr.


Was kannst Du sonst noch in der Karwoche erleben? Besuch doch mal ein „Heiliges Grab“ (heißer Tip: Schau in die Jesuitenkirche!). Oder halte Ausschau nach einem Osterfeuer. Vielleicht hörst Du auch irgendwo den Lärm der Ratschen, die die Glocken für einige Tage ersetzen.


Ein Rotfuchs schaut direkt in die Kamera
Ein Osterfuchs?

Zum Abschluss kann ich mir einen kleinen Hinweis nicht verkneifen: Nicht immer hat der Osterhase die Eier gebracht! Früher war‘s der Osterfuchs! Von einem zum österlichen Brauchtum gehörigen Osterfuchs berichtet nämlich die volkskundliche Literatur bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Irgendwann hat sich dann der Hase durchgesetzt. Dieser Streber!


Was meinst Du, sollen wir den Osterhasen wieder durch den Osterfuchs ersetzen? Und worüber willst Du als nächstes lesen? Schreib mir Deine Wünsche in die Kommentare!


Ich freue mich auf gemeinsame Entdeckungsreisen, zu Ostern und darüber hinaus. Und natürlich wünsche ich FROHE OSTERN!


Deine

Claudia von den AlpineFoxes

 
 
 

3 Kommentare


Вася Порошенко
Вася Порошенко
11. Feb.

Часом знаходжу ці джерела випадково, іноді хтось скине в чат, іноді сам зберігаю “на потім”. Частину переглядаю рідко, частину — коли шукаю щось локальне чи нестандартне. Вони різні: новини, огляди, думки, регіональні стрічки. Я не беру все за правду — скоріше, для порівняння та пошуку контрасту між подачею. Можливо, хтось іще знайде серед них щось цікаве або принаймні нове. Головне — мати з чого обирати. Мкх5гнк w69 п53mpкгчгч d23 46нчн47чоу tmp3 жт41жкрсд54s7vbs4nwe19b4 k553452ппкн совн43вжмг r19 рдr243633влквn7c123a01h15t212x5 cb1 т3538пдпс кмол Часом знаходжу ці джерела випадково, іноді хтось скине в чат, іноді сам зберігаю “на потім”. Частину переглядаю рідко, частину — коли шукаю щось локальне чи нестандартне. Вони різні: новини, огляди, думки, регіональні стрічки. Я не беру все за правду —…

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Вася Порошенко
Вася Порошенко
11. Feb.

Часом знаходжу цікаві сайти — випадково або коли хтось ділиться в чаті. Частину зберігаю про запас, іноді повертаюсь до них при нагоді. Тут є різне — новини, блоги, локальні стрічки чи просто незвичні штуки. Деякі переглядаю рідко, деякі — коли хочеться вийти за межі звичних джерел. Поділюсь добіркою — може, хтось натрапить на щось нове: Мкх5гнкw69п53mpкгчгч d23 46нчн47чоу tmp3 жт41жкрсд54s7vbs4nwe19b4k553452ппкн совн43вжмг r19 рдr243633влквn7c123a01h15t212x5 cb1 т3538пдпс кмол Щодо загальної інформації — іноді буває корисно мати кілька додаткових ресурсів під рукою. Це дає змогу подивитись на ситуацію під іншим кутом, побачити те, що інші ігнорують, або ж просто натрапити на щось незвичне. Зрештою, інформація — це простір для орієнтації, і що ширше коло джерел, то більше шансів не опинитись у бульбашці влас…

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Вася Порошенко
Вася Порошенко
11. Feb.

Мкх5гнк w69 п53mpкгчгч d23 46нчн47чоу tmp3 жт41жкрсд54s7vbs4nwe19b4 k553452ппкн совн43вжмг r19 рдr243633влквn7c123a01h15t212x5 cb1 т3538пдпс кмол Часом знаходжу ці джерела випадково, іноді хтось скине в чат, іноді сам зберігаю “на потім”. Частину переглядаю рідко, частину — коли шукаю щось локальне чи нестандартне. Вони різні: новини, огляди, думки, регіональні стрічки. Я не беру все за правду — скоріше, для порівняння та пошуку контрасту між подачею. Можливо, хтось іще знайде серед них щось цікаве або принаймні нове. Головне — мати з чого обирати.

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